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2002-03-02-birgit-laendler |
Author: Birgit Windl <a9302966@unet.univie.ac.at> Der Ländler ist eigentlich nur ein Sammelbegriff für die vielen verschiedenen Formen langsam fortschreitender Tänze. Hier möchte ich kurz die wichtigsten Unterscheidungen anführen. Als Literatur verwende ich: Dreo,Haid, Horak (1984) Volksmusik in Österreich; Österreichischer Bundesverlag GesmbH, Wien Charakteristisch am Ländler ist, daß sich die Paare um die eigene Achse drehen, durch Armverschlingungen gekennzeichnete Figuren bilden und einander in mannigfaltiger Weise umkreisen.Die Figuren werden vom Tänzer in mehr oder weniger freier Folge aneinandergereiht. Die Bewegungselemente und Figuren sind Ausdruck der Beziehungen zwischen den Geschlechtern, vom ebenbildlichen Gebärdenspiel der Werbung bis zur Freude an der geordneten Bewegung. Ländler-Typen: Wickler, Landler, Salzkammergutformen, Innviertler und Traunviertler Landler 1. Der WICKLER Der Wickler ist ein ausgesprochener Paartanz mit wenigen, ineinander übergehenden Figuren, unter denen auch schwierigere Armwickelfiguren auftreten. Er ist vorwiegend in den alpinen Landschaften Österreichs von den Ausläufern im Burgenland über die Grenzen bis in die Urkantone der Schweiz verbreitet. EIGENARTEN DES WICKLERS: Jedes Paar tanzt für sich allein und achtet wenig auf die anderen Paare . Lediglich durch die Musik ist ein gleichzeitiger Anfang und gleichzeitiges Ende gegeben. Die Tanzenden befinden sich am Beginn in der Regel im Flankendoppelkreis nebeneinander; als Ausgangsfassung herrscht die offene Fassung oder Einhängen vor. Im Verlauf des Tanzes werden auch die anderen Hände gefaßt zur Zweihandfassung oder Kreuzfassung. Sie wird nur in zwingenden Fällen, etwa zum Paschen, gelöst. Gewöhnliche Schritte: ursprünglich je Takt ein Schritt, werden gleichwertig auf jedes Viertel getreten; daher die Angaben Dreischritt, Trippelschritt usw. Der Dreischritt wird auch verwendet wenn zum Ländler rundgetanzt wird (getretener Walzer). Beispiele: Feistritzer Landler, Untersteirer Landler,Steirischer aus St. Oswald, Der Steirische aus dem Rosental, Wolfauer Wickler, Zillertaler Landler usw.. 1.1 Salzkammergutformen Der Landler drang um 1860 aus dem Alpenvorland nach Süden in das Salzkammergut ein und traf dort auf den Steirer (Wickler). Beide kommen heute zwischen Gmunden und Bad Mitterndorf nebeneinander vor und haben sich gegenseitig beeinflußt und zu Sonderformen entwickelt. Der Steirische wird im ó Takt mit vorwiegend Armwickelfiguren und Wechselschritten getanzt und der Landler im 2/4 Takt mit vorwiegend Umtanzfiguren und ausschließlich mit Gehschritten. Bei beiden sind Singen und kunstvolles Klatschen wesentliche Bestandteile. Beispiele: Landler aus Ischl, Steirischer aus dem Ausseerland, Landler aus dem Ausseerland, Landlerisch aus Deutsch-Mokra usw.. 1.2 Wicklerkurzformen Neben den Vollformen des Wicklers stehen einige Kleinformen, von welchen man nicht sagen kann, ob sie Reste von größeren Wicklerformen oder eigene Schöpfungen sind. In Tirol sind sie unter der Sammelbezeichnung "Masulka" bekannt, im Salzburgischen sagt man, sie seien wie eine "Mazur", und nennt sie Wickler. Beispiele: Einfacher Dreher,Doppelter Dreher, Wattentaler Masolka Wickler aus dem Pinzgau.. 2. Der LANDLER Der Landler oder Landlerische ist ein einheitliches Kunstwerk aus Tanz, Musik, Gesang und rythmischem Klatschen. Er ist eine Gemeinschaftsform, die von mehreren Paaren gleichzeitig ausgeführt wird. Er unterscheidet sich scharf von den anderen Zweigen der Ländlerfamilie durch das Fehlen des Liebeswerbens und durch den Mangel an Gebärdenspiel. Tänzer und Tänzerin sehen sich während des Tanzes kaum an. Der Landler hat sich im Landl, der oberösterreichischen Kernlandschaft im Alpenvorland, ausgebildet. Von dort ist er in die umgebenden Landschaften gedrungen. WESENTLICHE MERKMALE: Jeder Umgang besteht aus mehreren 8-taktigen Figuren, von denen einige als Merkzeichen hervorragen und den Umgang gliedern. Von unwesentlichen örtlichen Verschiedenheiten abgesehen, sind alle Landler musikalisch gleich aufgebaut. Das Singen ist ein wesentlicher Bestandteil des Landlers. Die Vierzeiler sind genauso gebaut wie die Landlerweisen.; den vier mal zwei Hebungen entsprechen die acht Takte. Die Tänzer wählen aus den ihnen geläufigen überlieferten Vierzeilern die jeweils passenden aus und variieren sie nach Bedarf. Altformen, die nur aus wenigen Figuren bestehen, beherrschen die Randgebiete im Norden und Osten. Kennzeichen jüngerer Weiterentwicklung sind die Verwendung des Wechselschrittes und der Verlust des begleitenden Gesanges und des Partnerwechsels. Die Neigung des Landlers , in den geraden Takt überzugehen,hat nördlich der Donau zu einer Insel geradtaktiger Landler geführt mit dem aufwendigeren "Kaiserlandler" und der figurenärmeren "Linzer Polka", welche in manchen Orten zu fast jägermarschartigen Spielarten vereinfacht ist. Die Linzer Polka ist auch die Ausgangsform jenes Tanzes, der sich in der Pflege auf dem Wege von Europa nach Nordamerika und wieder zurück zur "Sternpolka" umgebildet hat. Beispiele: Mühlviertler Landler, Steiregger, Kaiserlandler, Blindenmarkter Landler, Yspertaler Landler, Landler aus Vitis, Landler aus Lembach, Landler aus Weitra, Landler aus Kautzen, usw.. 2.1 Landlergroßformen In den dichter besiedelten Ackerbaugebieten des oberösterreichischen Alpenvorlandes schlossen sich die unverheirateten Burschen zu Gemeinschaften zusammen, im Inn-und Hausruckviertel Zechen, im Traunviertel Ruden genannt.Sie sind besonders an der Pflege von Lied und Tanz verpflichtet. Diese Vereinigungen nahmen sich bewußt des Landlers an und gestalteten ihn teilweise neu. Der gegenseitige Wettbewerb im Landlertanzen zwingt jede bäuerliche Gesellschaft, sich ihren eigenen Landler zu formen.Damit verfolgen sie zwei Ziele, nähmlich die Teilnahme Fremder am Tanze auszuschließen und dann den eigenen Landler vor allen übrigen auszuzeichnen. (Zettellandler) Beispiele: Ein Traunviertler Landler, Der Steinhauser Landler, Mollner Tanz usw.. 3 LÄNDLER ALS DREIERTANZ Es ist eine Anzahl ländlerartiger Tänze veröffentlicht worden, die von einem Tänzer und zwei Tänzerinnen ausgeführt werden. Nach einfachem Umtanzen, verschiedenen Armverschränkungen, kleinem und großem Fenster, šbersteigen und Bankerlfigur endet mit einem Walzer.Da diese Formen als "Eifersuchtstanz" aufgefaßt werden, sind sie von mehr oder weniger übertriebenem Mienenspiel begleitet.Der Aufbau und die Ausarbeitung der Tänze lassen darauf schließen, daß die "Dreisteirer" genannten Tänze für die Vorführung geschaffen sind, zumal sie in der Regel nur von einer Dreiergruppe ausgeführt werden. Beispiele: Dreisteirer, Dreiertanz aus Meran