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2002-03-02-birgit-tanz1 |
Author: Birgit Windl <a9302966@unet.univie.ac.at>
I N H A L T S V E R Z E I C H N I S
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
2 Volkstanz
2.1 Arten
2.2 Stil
2.3 Definitionen
2.4 Tanzzeiten
3 Musik
4 šberlieferung
5 Tänze
5.1 Österreichischer Tanzkanon
6 Volkstanzfeste in und um Wien
6.1 Ablauf eines Volkstanzfestes in Wien und Niederösterreich
7 Volkstanzgruppen
8 Anfängerkurse
9 Seminare
9.1 Volkstanzseminare
9.2 Musikantenseminare
10 Literaturverzeichnis
11 Anhang
11.1 Informations- und Kontaktadressen
11.2 Bezugsquellen für Volksmusik
11.3 Volksmusiksendungen des ORF
12 Nachwort
1 E I N L E I T U N G
Was ist Volkstanz ? Das vorliegende Informationsheft soll diese Frage
in den wesentlichsten Punkten beantworten.
Volkstanz wie wir ihn verstehen ist nicht Musikantenstadl, nicht
Fremdenverkehrswerbung und vor allem kein Ausdruck einer politischen
Grundhaltung, sondern wir sehen den Volkstanz als das, was wir im
Urlaub so sehr schätzen, wenn wir in einem kleinen griechischen Dorf
eingeladen werden, eine Hochzeit mitzufeiern: Als eine Bereicherung
unseres Alltags und als ein Element, das die individuelle Kultur
eines Landes prägt.
Volkstanzen heisst also nicht, Mitglied in einem Verein zu sein,
sondern offen zu sein für eine Form von Kultur , die - bei uns -
nicht mehr zeitgemäss zu sein scheint und manchen sogar peinlich ist.
Um auch alte Informationen zu bekommen habe ich einige Teile aus der
Literatur von Persönlichkeiten des Volkstanzes eingefügt. Hier ist
ein Beispiel, dass Volkstanz immer wieder erhalten wurde, und nicht
über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte verschwunden ist und wieder neu
erfunden wurde:
" Der Volkstanz wurde durch den Ersten Weltkrieg verdrängt und im
Jahr danach von Prof. Raimund Zoder wieder ins Leben gerufen. Die
ersten Volkstanzkurse, die er durchführte fanden in der Urania statt.
Der Wiener Volksgesangsverein veranstaltete ein Kränzchen, womit das
Volkstanzfest seine Geburtsstunde feierte.
Daß der Volkstanz nicht nur das Land oder nur ganz bestimmte
städtische Kreise erfassen kann, zeigte das Akademische
Volkstanzfest, das zum ersten Mal 1934 in Wien durchgeführt wurde.
Der Krieg und die Nachkriegszeit haben diese Entwicklung zerstört.
Doch schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein kleiner Kreis
von Volkstanzfreunden, im Sinne der Schule Zoders, den Volkstanz
wieder in Erinnerung zu rufen. In allen Bundesländern wurden "
Tanzkanons " aufgestellt, die Tänze zum Inhalt haben, die im Ballsaal
und auf dem Tanzboden, im Tanzkleid , im Gesellschaftsanzug und in
der Festtracht bestehen können. Diese zeitgemäße Auswahl ermöglichte
ein Wiederaufleben der Volkstanzbewegung, der es ja nicht um längst
erstarrte oder abgestorbene Tanzformen, sondern um unser arteigenes,
überliefertes und zeitloses Volkstum geht. Dabei zeigt sich, daß der
Volkstanz, richtig dargeboten, auch den Menschen der Gegenwart
anspricht." (Koschier,1959)
1.1 Zielsetzung
Diese Zusammenfassung der wichtigsten Gebiete rund um den Volkstanz
soll dem Interessierten oder Anfänger Wissenswertes vermitteln und
Informationen bieten, die in der Öffentlichkeit nicht bekannt sind.
Vielleicht kommt auch der eine oder andere, der noch nie Volkstanzen
war auf den Geschmack.
2 V O L K S T A N Z
" Den Tanz kann man als das älteste Gesamtkunstwerk auffassen; er
umfaßt mehrere Künste in sich: Bewegung, Musik, Gesang (Dichtung),
rythmische Bewegungen (Paschen), usw.. Manche Wissenschafter nehmen
sogar an, daß der Mensch getanzt hat, bevor er noch Worte bilden
konnte, und wenn man den Tanz als Gebärde auffaßt, so ist er auch die
älteste und vielleicht heute noch die einzige internationale Sprache.
" (Zoder, 1950)
" Bei Österreichischen Volkstänzen sind Rumpfbewegungen selten,
(Beugen beim Hans Adam, Mit'n Kopf z'samm...) dagegen Bein- und
Armbewegungen sehr häufig. Diese Bein- und Armbewegungen sind auch je
nach Landstrich unterschiedlich." (Hurdes)
2.1 Arten (aus Ilka Peter, 1946)
2.1.1 Paartanz: ein Paar, der in Österreich häufigste Tanz
2.1.2 Mehrpaartanz: mehrere Paare sind notwendig z.B: Topporzer
Kreuzpolka, Holsteiner Dreitur, Tampet
2.1.3 Dreiertänze: üblicherweise zwei Dirndln und ein Bursch,
aber auch umgekehrt möglich.
2.1.4 Tänze von einzelnen Personen: meist Geschicklichkeitstänze,
z.B.: Spanltanz
2.2 Stil
2.2.1 auf verschiedenartige und komplizierte Wege wird
verzichtet, geringer Platzverbrauch (Ausnahme:
Reiftanz) durch schwierige Armfiguren, die für den
alpenländischen Tanz typisch sind.
2.2.2 Bewegungsführung: gewisse Verhaltenheit, gezügelte,
beherrschte Kraft
2.2.3 Schritte: Geh-, Lauf-, Nachstell-, oder Wechselschritte:
niemals ausladend und raumgreifend, nicht hüpfend
und unruhig, mit geringer Federung, bodengebunden,
Federung nur im Kniegelenk
2.2.4 Takte: ungerader Takt 3/4: Stärkere Kniefederung, besonders
wenn im Takt nur ein Gehschritt
ausgeführt wird
(z.B.: Steiregger: Gangart der Burschen)
gerader Takt 2/4, 4/4: Straffere Haltung und
Bewegungsart, Kniefederung
entfällt
Sehr wichtig ist auch der Tanzkreis, der in gleichbleibenden
Abständen eingehalten werden soll. ( Ilka,1946)
2.3 Definitionen
Anfangs eine Definition aus dem Lexikon (Duden):
Volkstänze, die in einem Volk erhaltenen, von Generation zu
Generation vererbten Tanzformen, die mit Brauchtum, Volkslied und
Tracht der einzelnen Völker oder auch Landschaften verbunden sind.
Sie unterscheiden sich oft sehr wesentlich von Gesellschafts- und
Kunsttänzen, obwohl sie diese stark beeinflußt haben.
" der Tanz ist eine Äußerung der Lebenslust, ein Zeichen der Freude
und
ein Mittel des Vergnügens" ( F.M. Böhme, 1886, Geschichte des
deutschen
Tanzes) Prof. Künzig, Freiburg, meint, Volkstanz sei Ausdruck der
geselligen Fröhlichkeit
2.4 Tanzzeiten ( aus Zoder,1950 )
Es gibt sogenannte erlaubte und verbotene Tanzzeiten.Das ist eine
Einordnung in den bäuerlichen Jahreskreislauf, was ein Beweis für
denkultischen Urgrund des Tanzes ist.
1.Periode: 6. Jänner - Aschermittwoch: Fasching, nicht nur erlaubte,
sondern gebotene
Tanzzeit. Die
Fruchtbarkeit der Felder
soll durch
Tanz gefördert werden.
2.Periode: Aschermittwoch - Ostersonntag: tanzlose Fastenzeit
3.Periode: Ostersonntag - Pfingsten: erlaubte Tanzzeit,
Frühlingseinzug
( Maibaumtänze, Pfingsttänze)
4.Periode: Pfingsten - Mariä Geburt: Getreidewachstum darf durch
Lärmen
nicht gestört werden.
Ausnahmetage: Johannistag, Mariä
Himmelfahrt
5. Periode: Mariä Geburt - Kathrein: erlaubte Tanzzeit, Zeit nach der
Ernte
6. Periode: Kathrein - 6. Jänner: Vorbereitungen auf das Christfest,
tanzlos, Mensch lebt
zurückgezogen.
(Zoder,1950)
3 M U S I K
" Der musikalische Wesensteil hängt mit dem körperlichen eng
zusammen. Die Musik ist der Motor der Bewegung, sie soll "malen und
sprechen", und der Tanz muß durch die Nachahmung ihrer Töne ihr Echo
sein. " (Hurdes)
Instrumente: Harmonika, Hackbrett, Klarinette, Geige, Baßgeige, Tuba,
Flöte, Akkordeon, Gitarre ...
Komponisten unbekannt
4 š B E R L I E F E R U N G
In Bezug auf šberlieferung und Pflege gibt es verschiedene Ansichten.
Manche sind der Meinung Volkstanz wäre starr und müsste genau nach
einer bestimmten Aufzeichnung getanzt werden, alles andere gilt als
falsch. Andere widerum sehen im Volkstanz die Vielfalt an Bewegungen
und bewerten eine bestimmte Aufzeichnung als eine unter vielen, von
denen natürlich auch jede einzelne wichtig ist, und sind sich
bewusst, dass es bei manchen Tänzen viele Varianten gibt. Durch die
mangelnde Mobilität wurden
schon in benachbarten Tälern verschiedene Formen desselben Tanzes
getanzt.
Ich möchte mich hier der letzteren Ansicht anschliessen.Meiner
Meinung nach sollte man auch für neue Ideen etwas offener sein, d.h.,
dass jeder dem eine neue Bewegung einfällt, die den Tanz nicht in
seinen wesentlichen Zügen verändert, diese auch tanzen dürfen sollte.
In der heutigen Zeit bleibt nahezu nichts immer auf dem gleichen
Stand , warum sollte sich also nicht auch der Volkstanz, neben den
bestehenden Formen, weiterentwickeln?
Hier habe ich ein Zitat ausgesucht, dass auf Sammlungen und Quellen
hinweist:
" In erster Linie wurde und wird vielleicht auch noch mündlich
überliefert.
Niederösterreich ist in bezug auf die Erforschung des bodenständigen
Volkstanzes in der glücklichen Lage, eine Sammlung aus dem Anfange
des
19. Jahrhunderts zu besitzen, deren Quellen auch noch in die zweite
Hälfte des 18.Jahrhunderts zurückreichen. Es ist dies die über
Auftrag und mit Unterstützung der Regierung 1819 angelegte
Volksliedersammlung der Gesellschaft der Musikfreunde.Obwohl in
dieser Sammlung, die sich hauptsächlich mit der musikalischen Seite
von Volkslied und Volkstanz beschäftigte, Tanzbeschreibungen selten
sind, können wir doch aus den Namen der zahlreichen Stücke
feststellen, daß um dies Zeit der Ländler und Steirische sowie der
Deutsche die hauptsächlich gebrauchten Tanzformen waren.
Andere Formen: Neubayrischer, Polsterltanz, Fähnrichstanz der
Faschingsburschen aus Thernberg (1780), Stockerauer-Tanz
(1770) , Stad um und um (1760, beide aus Herrenbaumgarten
und zur Gattung des Deutschen gehörig), Kohlbauerntanz,
Haarsammeltanz ( beide aus Thernberg ), Judentanz
Amstetten ), Honakisch und Hungarisch aus
Schrattenbach,
usw..... "
(Zoder,1935)
5 T Ä N Z E
Ein Tanz ist meist eine feste Einheit, d.h. zu einer Melodie gibt es
einen bestimmten Namen, bestimmte Figuren und Schritte. Zusätzlich
gibt es noch Rundtänze, die meist zwischen den Figurentänzen gespielt
und getanzt werden (Walzer, Polka, Zwiefache:Wechsel zwischen 2/4
u.3/4 Takt,
Boarischer). Manche dieser hier aufgelisteten Tänze sind Wechseltänze
z.B.: Bauernmadl, Fröhlicher Kreis, Jägermarsch ..., aber auch bei
den anderen Tänzen ist gelegentlicher oder häufiger Partnerwechsel
üblich.
Hier kann man auf gar keinen Fall alle Tänze Österreichs anführen,
aber ich möchte den größten Teil der mir bekannten Tänze die heute
getanzt werden hier auflisten:
Agattanz Kauzner Landler
Ausseer Landler Kikeriki
Ausseer Steirischer Klatschwalzer
Bauernmadl Knödldrahner
Bauernwalzer Körbltanz
Bayrischer Krebspolka
Blindenmarkter Landler Kreuzpolka
Ceve Kuckuckspolka
Deutscher Umgang Landler aus Vitis
Dreher aus Riedelsbach Landlerisch aus Deutsch
Mokra
Doppelter Dreher Lembacher Landler
Du armer Schustagsöll Marchfelder Kreuzpolka
Eckerisch Marschierbairsch
Einfacher Dreher Marschierpolka
Eisenkeierlnest Neppendorfer Landler
Eiswalzer Neubairischer
Ennstaler Polka Neudeutscher
Familienwalzer Nickelsdorfer Schottisch
Feistritzer Landler Offener Walzer
Fieberbrunner Paschater Flugsummi
Flohbeutler Paschata Zwoaschritt
Fröhlicher Kreis Puchberger Schottisch
Fürizwänger Rediwa
Galizische Kreuzpolka Reidlinger Schottisch
Gamsenegger Rheinländer
Geschlööfte Rosentaler Steirischer
Guat'n Morgen Herr Fischer Rosenwalzer
Hiatamadl Rudnboarischer
Holsteiner Dreitour Salzburger Dreher
Innviertler Waldjäger Saulocker
Ischler Landler Schön Marie
Iseltaler Masolka Schottischer
Jägermarsch Schwedische Maskerade
Kaiserlandler Schwedischer
Kärntner Landler Siebenbürger Rheinländer
Siebenschritt Treffner Landler
Siebentätzler Tulbinger Fensterltanz
Spanltanz Untersteirer Landler
Spinnradl Veitscher Mazur
Sternpolka Wattentaler Masolka
Steyregger Wechselpolka
Stötterer Pascher Woaf
Strohschneider Ybbser Landler
Studentenpolka Zillertaler Landler
Tampet
Topporzer Kreuzpolka
5.1 Österreichischer Tanzkanon
Zusammenstellung jener Tänze, die Grundformen darstellen ,die als
typisch für ganz Österreich angesehen werden.
Grundtänze
1. Offener Walzer (V)
2. Hiatamadl (S,T
3. Neudeutscher (N)
4. Siebenschritt (ST)
5. Studentenpolka (K,N)
6. Kreuzpolka (O)
7. Jägermarsch (N)
8. Rheinländer (O,N)
9. Schwedischer (O)
10.Bayrisch Polka (O)
11.Neubayrischer (O,W)
12.Krebspolka (N)
Zusätzliche
13.Eiswalzer (O)
14.Waldjäger (O)
15.Puchberger Schottisch (N)
16.Spinnradl (O)
17.Paschada Zwoaschritt (ST)
18.Kaiserlandler (O)
19.Marschierpolka (O)
20.Einfacher Dreher (T)
Literatur dazu:
Lager, Herbert u. Hermann Derschmidt: Österreichische Tänze. 1. Teil:
Unsere Grundformen. Mit Notenteil. 4. Auflage.-Wien:
Österreichischer Bundesverlag 1984.
Lager, Herbert: Österreichische Tänze. 2.Teil. Mit Notenteil.
2.,durchges. Auflage-Wien: Österreichischer
Bundesverlag
1978.
6 V O L K S T A N Z F E S T E I N U N D U M W I E N
Geordnet nach Termin ( es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit )
Alpenvereins-Volkstanzfest Jänner 18.00 - 23.00
HdB, Gatterburggasse 2a
Festliches Tanzen des
Volkstanzkreises Altsimmering Jänner 19.00 - 23.00
Pfarre St.Josef in der Haide
Bleriotg.
Tanzfest Wr. Volksliedwerk Jänner 20.00
Wiener Rathauskeller
Z'sammgwürfelten
Rathausplatz 1 Herzton-
Schrammeln
Der Tanz ist mir was wert Feber 19.30
Jagdschloss Magdalenenhof, Citoller
Am Bisamberg, Senderstrasse Tanzgeiger
NÖ Volkstanzfest Feber 17.00
Thermenhalle Bad Vöslau
Kreuzbund Volkstanzfest Faschingssamstag 18.00 - 23.00
HdB, Königseggasse 10
Faschingskehraus der
Wiener Singgemeinschaft Faschingsdienstag 19.00
HdB, Gatterburgg. 2a
Landlerisch Tanzen April 19.00 - 23.00
HdB Königseggasse 10 Tanzlmusi
Ettrich
Margaretner
Klarinettenmusi
Biedermannsdorf 1. Mai 17.00 - 22.00
Jubiläumshalle Ernst Spirk
Volkstanzfest in Schlosshof Christi Himmelfahrt 15.00 - 19.00
Schlosshof, bei Schlecht- Wolfgang
Pfleger
wetter im Reitstall
Volkstanz in Mödling Fronleichnam 16.00 - 20.00
An der goldenen Stiege
---------------------- Richard Bammer
bei Schlechtwetter im Rot-
Kreuzsaal, Schefferg. 1a
Mödling
Volkstanzfest mit
Jahannisfeuer auf dem
Bisamberg Juni 17.00 - 21.00
bei Schlechtwetter Wolfgang
Pfleger
im Johanneshof, Obere Kirchen-
gasse 3 , Langenzersdorf
Volkstanzabend im Gasthof
Bonka September 19.00
Oberkirchbach Tanzlmusi
Ettrich
Margaretner
Klarinettenmusi
Grafenegger Herbsttanzfest Oktober 17.00 - 22.00
Alte Reitschule, Grafenegg Spielmusik
Heftner
und Freunde
Grossenzersdorfer Herbsttanz Oktober 19.00 - 23.00
Stadtsaal Grossenzersdorf Margaretner
Klarinettenmusi
Karl
Hofstetter
Nigl - Musi
Volkstanzfest des Turnerbundes Nationalfeiertag 15.00 - 19.00
Perchtoldsdorf Burg
Wiener Kathreintanz St. Kathrein 18.00 - 23.00
Konzerthaus, verschieden
3.,Lothringerstrasse 20
6.1 Ablauf eines Volkstanzfestes in Wien und Niederösterreich
Jedes Volkstanzfest wird mit einem Auftanz eröffnet. Bei diesem
Auftanz
können alle Anwesenden mitmachen ( ausgenommen Wiener Kathreintanz ).
Danach folgt eine bunte Reihe Tänze, wobei zwischen den in der
Tanzfolge
(Auflistung der Tänze, die an diesem Abend gespielt werden, ca. 40-45
Tänze) angegebenen Tänzen auch Walzer, Polkas, Zwiefache und
Boarische gespielt werden. Zum Abschluss gibt es den Schlusskreis in
dem dann ein
Schlusslied gesungen wird. Ein Volkstanzfest dauert 4 oder 5 Stunden.
7 V O L K S T A N Z G R U P P E N
Im Raum Wien und Umgebung gibt es derzeit ca. 40 Volkstanzgruppen,
die sich teils wöchentlich, teils vierzehntägig, teils monatlich
treffen. Es gibt also an jedem Wochentag die Möglichkeit tanzen zu
gehen.
Volkstanzgruppe bedeutet nicht immer Vereinsmitgliedschaft; es gibt
verschiedene Typen: - Auftrittsgruppen
- Freizeitgestaltung
- Tanzgelegenheit
- etc.
Es gibt Gruppen mit hoher und geringer Fluktuation, viele
VolkstänzerInnen tanzen auch in mehreren Gruppen. In manchen Gruppen
ist ein kleiner Abendbeitrag zu bezahlen.
Informationen dazu: Faltblatt der Arbeitsgemeinschaft der Wiener
Volkstanzgruppen
" Volkstanzmöglichkeiten in und um Wien "
p.A. W. Schmidt, 1050 Wien, Margaretenstr 142/24
8 A N F Ä N G E R K U R S E
Es gibt zwei Möglichkeiten Volkstanz zu erlernen. Entweder man wagt
den Sprung ins " kalte Wasser " und besucht einfach ein Volkstanzfest
oder Gruppenabende, oder man will es in einem Kurs erlernen.
Nachfolgend sind einige Kurse angeführt.
8.1 Universitäts - Sportinstitut
Österreichische und internationale Volkstänze: Die Grundlage der
tänzerischen Usi- Ausbildung bildet der "Österreichische
Tanzkanon"
das sind jene Tänze,die neben Walzer und Polka, bei Tanzfesten
in
ganz Österreich getanzt werden. Darauf aufbauend werden grössere
österreichische und auch Tänze aus verwandten Tanzlandschaften
unterrichtet.
Ort: Kaiserstrasse 5, 1070 Wien
Zeit: Fr 20.00 , Jahresbetrieb
Leitung: Dr. Heinz Kasparovsky
Information: USZ, 1150 Wien, Auf der Schmelz 6
8.2 Kurs für Anfänger und offenes Tanzen:
Ort: Porzellangasse 14-16, 1090 Wien
Zeit: Oktober, November
Leitung: Familie Walter Schmidt und Helfer, Tel.: 55-65-663
Information: Arbeitsgemeinschaft der Wiener Volkstanzgruppen,
Mitteilungsblatt, siehe Anhang
8.3 Kurs für Anfänger :
Ort: Walfischgasse 12/1.Stock, 1010 Wien
Zeit: ab Oktober
Leitung: Alpenvereinszentrum Edelweiss
Information: Mitteilungsblatt, siehe Anhang
9 S E M I N A R E
Für besonders Interessierte gibt es während des ganzen Jahres
Seminare.
Diese sind meist Tagesschulungen oder Wochenendschulungen. Im Sommer
gibt
es auch solche, die eine Woche dauern. Diese Veranstaltungen sind
meist sehr preiswert.
9.1 Volkstanzseminare
9.1.1 Schulungen
sind zur allgemeinen Auffrischung und Vertiefung gedacht.
Meist
werden eine bestimmte Gruppe von Tänzen, oder Tänze einer
bestimmten Gegend ausgewählt.
Ankündigungen: Vierteljahreszeitschrift " Fröhlicher Kreis "
Vierteljahreszeitschrift " Der
Niederösterreicher "
Information: Bundesarbeitsgemeinschaft Österreichischer
Volkstanz
Niederösterreichische Heimatpflege, siehe Anhang
9.1.2 Tanzleiterschulungen
sind primär für angehende Tanzleiter und Tanzleiter gedacht,
können aber ohne weiteres auch von allen anderen besucht
werden.
Ankündigungen und Information: siehe oben
9.2 Musikantenseminare
sind für alle, die mit ihrem Musikinstrument Volksmusik
spielen
möchten, gedacht.
Ablauf: Einzel- oder Gruppenunterricht, manchmal auch ein
Tanznachmittag oder -abend
Ankündigungen, Information: siehe oben
10 L I T E R A T U R V E R Z E I C H N I S
Hurdes, F. šber das Wesen und die Bedeutung des Brauchtums
Ilka, P. (1946) Tänze aus Österreich, Verlag Ludwig
Doblinger,Wien
Koschier, F. (1959) Lebendiger Volkstanz; Klagenfurt: Verlag
Landesmuseum
für Kärnten
Zoder, R. (1935) Der Volkstanz in Niederösterreich. Sonderabdruck
aus
Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich
Zoder, R. (1950) Volkslied, Volkstanz und Volksbrauch in
Österreich;
Doblinger Wien-München
11 A N H A N G
11.1 INFORMATIONS- UND KONTAKTADRESSEN
ARBEITSGEMEINSCHAFT DER WIENER VOLKSTANZGRUPPEN
Hernalser Gürtel 23, 1170 Wien, Tel.: 408 46 64
Mitteilungsblatt: erscheint vierteljährlich, enthält alle
Informationen,
kann von jedem gratis bezogen werden:
p.A. Fritz Heftner, Greinergasse22/2/11, 1190 Wien
Tel.: 0222/ 31 88 135
ARBEITSGEMEINSCHAFT FšR VOLKSTANZ UND HEIMATPFLEGE IN DER STEIERMARK
Landesjugendreferat, Karmeliterplatz 2, 8011 Graz, Tel.:
0316/7031/2645
BUNDESARBEITSGEMEINSCHAFT ÖSTERREICHISCHER VOLKSTANZ
p.A. Franz Wolf, Schulweg 316, 8311 Markt Hartmannsdorf
DER FRÖHLICHE KREIS, Vierteljahreszeitschrift
zu beziehen: Landesjugendreferat Stmk., Karmeliterplatz 2, 8011 Graz
DER NIEDERÖSTERREICHER, Vierteljahreszeitschrift
zu beziehen: Niederösterreichische Heimatpflege, siehe unten
NIEDERÖSTERREICHISCHE HEIMATPFLEGE
Hauptstrasse 38, 2340 Mödling, Tel.: 022 36/23 219 Fax: 022 36/46
053
NIEDERÖSTERREICHISCHE HEIMATWERK
Herrengasse 6-8, 1010 Wien, Tel., 0222/ 533 34 95
WIENER VOLKSLIEDWERK
Gallitzinstrasse 1, 1160 Wien, Tel.: 0222/ 914 46 25
11.2. BEZUGSQUELLEN FšR VOLKSMUSIK
BRITON MUSIKVERLAG
Lützowstr. 11, D- 81245 München, Tel.: (089) 88 86 03
EMI AUSTRIA GES.mbH.
Kärntnerstr. 30, 1010 Wien, Tel.: 512 36 75-77
11.3 VOLKSMUSIKSENDUNGEN DES ORF
RUNDFUNK Ö 2
G'SUNGEN UND G'SPIELT. VOLKSMUSIK AUS ÖSTERREICH
MO-FR: 9.05-10.00 SA: 9.15-10.00
Mo: T, Di: Sbg, Mi: Oö, Do: Stmk., Fr: Knt., Sa: Nö
MUSIKANTEN SPIELT'S AUF !
MO,DI,FR: 20.05-21.00
MI: 20.05-21.00 Blasmusik
WAS I GERN HÖR...
SA: 20.05-21.00
FERNSEHEN ORF 2
KLINGENDES ÖSTERREICH
meist DO, nicht wöchentlich 20.15
LAND UND LEUTE
MI: 17.30-18.00
WETTER - PANORAMA
MO-FR: 8.30 SA,SO,FTG.: 8.00
12 N A C H W O R T
Abschliessend möchte ich mich bei Hrn. Roland Bauer, der mich mit
seinen Ideen und Vorschlägen zu diesem Thema tatkräftig unterstützt
hat, bedanken.
INFORMATIONSHEFT
V O L K S T A N Z
28.2.1995
2. überarbeitete Auflage
von
BIRGIT WINDL
CARABELLIG. 5/160
1210 WIEN
Tel.: 39 50 914
Vervielfältigung zu nicht kommerziellen Zwecken erwünscht